
Berlin 1895
- St. Tropez 1971
Massimo Campigli, eigentlich Max Ihlenfeld, wird 1895 in Berlin geboren, verbringt aber die meiste Zeit seiner Kindheit in Florenz. In Mailand knüpft Massimo Campigli ab 1909 seine ersten Kontakte zu Künstlern des Futurismus. 1919 geht Massimo Campigli als Auslandskorrespondent nach Paris und lernt im Café du Dôme Künstler wie Giorgio di Chirico, Alberto Savinio, Gino Severini und Filippo De Pisis kennen und beginnt selbst zu malen. Im Louvre begeistert sich Massimo Campigli für die altägyptische Kunst, die ihn ein Leben lang inspiriert. Daneben entdeckt Massimo Campigli für sich den Kubismus von Fernand Léger, die "Pittura metafisica" von Carlo Carrà und die "klassizistischen" Arbeiten Picassos der 1920er Jahre. 1927 entschließt sich Massimo Campigli ausschließlich für die Malerei zu leben und gibt seine Stellung als Journalist auf. Der Besuch des römischen Museo Etrusco der Villa Giulia im Jahre 1928 regt Massimo Campigli zu einer Reihe von Arbeiten an, die eine nostalgische, von Frauengestalten bewohnte archaische Welt beschwören. Er setzt seine Figuren in immer engere Räume und verleiht ihnen damit einen hieratischen Charakter. In den Folgejahren nimmt Massimo Campigli an mehreren "Novecento"-Ausstellungen teil, u.a. in Zürich, Amsterdam, Berlin und Bern teil. Zusammen mit Mario Sironi, Carlo Carrà und Achille Funi unterzeichnet er 1933 das "Manifesto della Pittura Murale". Massimo Campigli arbeitet in der Folgezeit an mehreren Wandgemälden für das Palazzo di Giustizia in Mailand, in der Universität von Padua sowie für den italienischen Ausstellungspavillon in New York. Durch die Ereignisse des 2. Weltkrieges ist Massimo Campigli gezwungen, Paris zu verlassen. So siedelt er nach venedig über und konzentriert sich vor allem seinen grafischen Arbeiten. Erst nach Kriegsende kehrt Massimo Campigli nach Paris zurück, siedelt aber 1951 nach Rom über. 1963 zieht er schließlich nach St. Tropez, wo er 1971 stirbt. Massimo Campigli bleibt auch in seinem Spätwerk seiner Motivwelt voll ätherischer Frauengestalten sowie einer archaischen und symbolischen Bildsprache verpflichtet.